Ich arbeite in der Nasschemie. Mein Eindruck ist, dass man hier schon viel wissen muss. Es gibt sehr viele Arten, in denen man Substanzen aufbereitet: Manche muss man zum Beispiel mit Säure versetzen, dann bei 600 Grad im Ofen veraschen. Einige muss man nur einwiegen, lösen und dann messen; andere wieder packt man auf ein Kristall, misst, fertig. Und viele, viele mehr. Es gibt auch Substanzen, die sind zickig und hüpfen vom Löffel; dann gibt es welche, die lösen sich nicht gut. Manchmal halte ich auch die Luft an, ob letztlich alles klappt, wenn ich schon einen ganzen Tag Arbeit investiert habe. Wenn ich dann zum Beispiel etwas umschütte oder eine Reaktion nicht eintritt oder eine Substanz sich einfach nicht färben will … dann ist das ärgerlich.
Man muss schon gut bei der Sache sein. Ich arbeite ordentlich und in Ruhe; man lernt natürlich auch mit der Zeit einzuschätzen, was man am Tag schafft. Das Schöne ist, dass wir hier selbständig arbeiten können. Ich kann mir über die Woche alles selbst einteilen. Natürlich arbeiten wir hier nach GMP; die Richtlinien sind streng. Und wir dokumentieren jeden Handgriff.