Seit 2012 vereint das Forschungs- und Behandlungszentrum für psychische Gesundheit (FBZ) Forschung, Lehre und Praxis unter einem Dach. Ziel ist die bestmögliche Versorgung auf dem Gebiet der psychischen Gesundheit und Krankheit über die gesamte Lebensspanne hinweg. In den Hochschulambulanzen des FBZ erhalten jedes Jahr bis zu 3000 Kinder, Jugendliche und Erwachsene mit psychischen Problemen oder Störungen kompetente Behandlungen auf dem aktuellen Stand internationaler Forschung. Zugleich werden am FBZ die Ursachen psychischer Gesundheit und Krankheit erforscht. Die Erkenntnisse werden genutzt, um Therapien zu verbessern. Zudem werden sie, soweit möglich, als Open-Access-Materialien zur Verfügung gestellt und an Studierende und angehende Therapeutinnen weitergegeben. Denn auch die Ausbildung junger Menschen ist ein wichtiger Bestandteil der Arbeit.
Das Projekt untersucht die Rolle sozialer und temporaler Vergleichsprozesse bei der Entstehung, Aufrechterhaltung und Rückfallwahrscheinlichkeit depressiver Symptome. Ziel ist es, die Mechanismen alltäglicher Vergleichsprozesse besser zu verstehen und innovative smartphonebasierte Interventionsansätze zur Reduktion negativer Affekte und dysfunktionaler Verhaltensweisen zu entwickeln und zu evaluieren. Im Rahmen des Projekts werden soziale und temporale Vergleichsprozesse mithilfe von Ecological Momentary Assessment (EMA) und Ecological Momentary Interventions (EMI) im Alltag untersucht. Hierzu werden Personen mit Depression, remittierte Personen sowie psychisch gesunde Kontrollpersonen eingeschlossen, um Unterschiede im Vergleichsverhalten sowie dessen kognitiven, affektiven und behavioralen Konsequenzen zu analysieren. Darüber hinaus wird untersucht, inwieweit Just-in-Time-Mikrointerventionen auf Basis der kognitiven Verhaltenstherapie und achtsamkeitsbasierter Therapieansätze belastende Vergleichserlebnisse unmittelbar abschwächen und dadurch negative Affekte sowie dysfunktionale Verhaltensweisen reduzieren können.