Einordnung:
Die Abteilung RD/MDS ist verantwortlich für die Betriebsfestigkeit des Fahrwerks und führt u. a. den entsprechenden Nachweis zur Serienfreigabe durch. Entlang der Entwicklungsphase bis hin zur Serienfreigabe erstellen wir für das Gesamtfahrzeug Lastkollektivberechnungen und -messungen. Außerdem führen wir Festigkeitsberechnungen und -prüfungen sowie Verschraubungsauslegungen und experimentelle Analysen für das Fahrwerk durch.
Wesentliche Grundlage für diese Aufgaben sind Belastungsmessungen in Entwicklungsfahrzeugen sowie die Kenntnis der zu erwartenden Belastungen in den weltweit im Einsatz befindlichen Kundenfahrzeugen. Die relevanten Belastungsgrößen können meist nicht direkt durch vorhandene Sensoren erfasst werden. Daher kommt in Entwicklungsfahrzeugen aufwendige Messtechnik zum Einsatz, um z. B. Bauteilkräfte oder Antriebsmomente zu messen. An nicht zugänglichen Stellen oder für Fahrzeuge ohne spezielle Messtechnik müssen die relevanten Größen hingegen abgeschätzt werden. Hierfür werden sogenannte virtuelle Sensoren verwendet, die auf Basis vorhandener Signale die Belastungen vorhersagen.
Thema und Problematik:
Aktuell werden diese virtuellen Sensoren mithilfe klassischer Fehlerfunktionen trainiert und auf Basis von fiktiven Standardannahmen der Betriebsfestigkeit validiert
Ein Abgleich dieser Annahmen und Metriken mit dem Schädigungsverhalten, auf Basis von FEM-Berechnungen auf Bauteilebene, würde die Unsicherheiten bei der Bewertung erheblich reduzieren und eine weitere Optimierung der KI-Modelle ermöglichen
Aufgaben und Ziele:
Ziel dieser Arbeit ist es, wichtige Frequenzbereiche, geeignete Fehlerfunktionen und Metriken sowie angepasste Betriebsfestigkeitsparameter zu identifizieren, um effektivere und robustere KI-Modelle in zukünftigen Fahrzeugen einzusetzen
Hierfür stehen Ihnen umfangreiche Daten aus Mehrkörpersimulationen und FEM-Modelle der relevanten Komponenten zur Verfügung. Auf dieser Datenbasis werden Sie kreative Methoden zur Datenaugmentation entwickeln (Rauschen, Frequenzfilterung, etc.), Simulationen durchführen und deren Effekt auf die Bauteilschädigung herausarbeiten
Darauf aufbauend soll die Trainings- und Bewertungsmethodik der virtuellen KI-Sensoren optimiert werden
Wir empfehlen und bieten ein bezahltes Praktikum vor der Abschlussarbeit an, um sicherzustellen, dass ausreichend Zeit für das Aufsetzen sowie die Einarbeitung in die Simulationsumgebungen vorhanden ist. Der genannte Start und die Dauer dieser Arbeit sind erste Vorschläge und können bei Bedarf flexibel angepasst werden.
Die endgültige Themenfindung erfolgt in Absprache mit der Hochschule, Dir und uns.