Am Institut f. interdisziplinäre Konflikt- u. Gewaltforschung (IKG) ist die folgende Position zu besetzen:
Wissenschaftliche*r Mitarbeiter*in (m/w/d) im Projekt "Ambivalenz und Karrierewege"
Das Institut für interdisziplinäre Konflikt- und Gewaltforschung (IKG) wurde 1996 in Bielefeld gegründet mit dem Ziel eine Lücke in der interdisziplinären Konflikt- und Gewaltforschung zu schließen. Mittlerweile ist das IKG eine der führenden deutschen Forschungseinrichtungen in diesem Bereich und bietet eine umfassende Struktur für interdisziplinäre Theorieentwicklung und empirische Forschung zu politisch und gesellschaftlich relevanten Phänomenen um Konflikte und Gewalt sowie ihren Implikationen für sozialen Zusammenhalt, Partizipation, Demokratie und Frieden.
Das Forschungsprojekt "Ambivalenz und Karrierewege: Eine empirische Studie zur Durcharbeitung biografischer Krisen junger Männer zwischen Erfolgsparcours und Street-Jihadi-Spektrum." untersucht, wie junge Männer aus marginalisierten Milieus Erfahrungen von Exklusion und epistemischer Gewalt verarbeiten und welche biografischen Folgen unterschiedliche kulturelle und religiös-politische Deutungsangebote haben. Im Mittelpunkt stehen biografische Weggabelungen, die in Kriminalität, politischen und gewaltbereiten Salafismus, sozial-kreative Wege oder Bildungsaufstiege münden. Auf Grundlage von 76 lebensgeschichtlichen Interviews wird rekonstruiert, unter welchen sozialen und kulturellen Bedingungen junge Männer diese unterschiedlichen Lebensverläufe einschlagen, fortführen, abbrechen oder wechseln. Analysiert wird zudem, welche Rolle kulturelle Skripte wie Rap-Texte oder ideologische Narrative bei der Bewältigung biografischer Krisen spielen.
Methodisch basiert das Projekt auf einem rekonstruktiven Forschungsdesign der Grounded Theory und verbindet biografisch-narrative Interviews mit der Analyse subkultureller Dokumente. Ziel ist die Entwicklung einer Typologie, die unterschiedliche Karriereverläufe und ihre Entstehungsbedingungen erklärt. Damit leistet das Vorhaben einen Beitrag zum Verständnis der Wechselwirkungen zwischen sozialer Benachteiligung und individueller Sinnstiftung in der postmigrantischen Gesellschaft. Die Ergebnisse werden zudem gemeinsam mit Akteur*innen aus Jugendarbeit und Präventionspraxis für den Wissenstransfer aufbereitet.
Das Projekt wird von Denis van de Wetering (IKG Bielefeld) in enger Kooperation mit Dr. Felix Roßmeißl (HS Fulda) durchgeführt.
Die Position richtet sich an junge Wissenschaftler*innen mit ersten Forschungserfahrungen.
Ihre Aufgaben
Mitarbeit in dem Forschungsprojekt, insbesondere:
- eigenständige Auswertungen des vorhandenen qualitativen Datenmaterials (30 %)
- Unterstützung, Teilnahme und Mitwirkung an der Präsentation und Diskussion der Forschungsergebnisse auf Fachtagungen und in Fachgesprächen (20 %)
- Konzeption und Durchführung eines Abschlussworkshops mit Akteur*innen der Interventions- und Präventionspraxis (10 %)
- Erstellung von peer-reviewten Fachartikeln und Policy Papers (15 %)
- Verfassen des Abschlussberichts (5 %).
- Mitarbeit an dem Aufbau und der Pflege der digitalen Infrastruktur zur projektbezogenen Kommunikation, Dokumentation und Publikation beteiligt (20 %)
- insbesondere die Content-Management-Systeme zur Pflege der Projektwebsite sowie digitale Tools für Social-Media- und Community-Management zur koordinierten Öffentlichkeitsarbeit und Kommunikation mit relevanten Praxis- und Fachakteur*innen
O. g. Aufgaben werden teilweise auch im Rahmen von Dienstreisen innerhalb Deutschlands wahrgenommen.
Die Beschäftigung ist der wissenschaftlichen Qualifizierung förderlich, die Gelegenheit zur wissenschaftlichen (Weiter-)Qualifikation wird gegeben.
Unser Angebot
- Vergütung nach E13 TV-L
- befristet bis zum 31.03.2028 (§ 2 Abs. 1 Satz 1 WissZeitVG; entsprechend den Vorgaben des WissZeitVG und des Vertrages über gute Beschäftigungsbedingungen kann sich im Einzelfall eine abweichende Vertragslaufzeit ergeben)
- Teilzeit 65 %
- interne und externe Fortbildungsmöglichkeiten
- Vielzahl von Gesundheits-, Beratungs- und Präventionsangeboten
- Vereinbarkeit von Familie und Beruf
- flexible Arbeitszeiten
- 30 Tage Urlaub bei einer 5-Tage-Woche
- grundsätzliche Möglichkeit zum mobilen Arbeiten
- gute Verkehrsanbindung
- betriebliche Zusatzversorgung (VBL)
- kollegiale Zusammenarbeit
- offene und angenehme Arbeitsatmosphäre
- spannende und abwechslungsreiche Tätigkeiten
- modernes Arbeitsumfeld mit digitalen Prozessen
- vielfältige Angebote (Mensa, Cafeteria, Restaurants, Uni-Shop, Geldautomaten etc.)
Ihr Profil
Das erwarten wir
- abgeschlossenes wissenschaftliches Hochschulstudium (Master oder vergleichbar) in den Bereichen Sozialwissenschaften, Soziologie, Erziehungswissenschaft, Politikwissenschaft, Kriminologie oder verwandten Disziplinen
- Erfahrungen in der empirischen Sozialforschung, beispielsweise im Rahmen von Forschungsprojekten, Abschlussarbeiten oder wissenschaftlichen Tätigkeiten
- Interesse an den Themen soziale Ungleichheit, Jugend, Devianz, Radikalisierung, Gewalt oder Bildungsverläufe
- Fähigkeit zum selbstständigen wissenschaftlichen Arbeiten und zur eigenständigen Organisation von Arbeitsprozessen
- Bereitschaft, sich in komplexe theoretische und empirische Forschungszusammenhänge einzuarbeiten
- sehr gute Deutschkenntnisse in Wort und Schrift
- Fähigkeit zur und Interesse an Teamarbeit sowie Freude am wissenschaftlichen Austausch
Das wünschen wir uns
- Erfahrungen im Umgang mit qualitativen Daten und Auswertungsmethoden (z. B. Inhaltsanalyse) sowie die Bereitschaft, sich in weiterführende rekonstruktive qualitative Auswertungsverfahren einzuarbeiten
- sicherer Umgang mit gängigen Auswertungsprogrammen (z. B. MAXQDA)
- sicherer Umgang mit Content-Management-Systemen zur wissenschaftlichen Öffentlichkeitsarbeit, internen Projektkommunikation sowie zur Dokumentation und Wissenssammlung (z. B. WordPress und Sophora)
- sicherer Umgang mit EDV-gestützter Gestaltung von Präsentationen und der Visualisierung von Forschungsbefunden (z. B. Canva, Photoshop)
- Interesse an biografischer Forschung sowie an Fragen sozialer Benachteiligung, Zugehörigkeit und gesellschaftlicher Teilhabe
- Erfahrungen im wissenschaftlichen Schreiben und Präsentieren
- Erfahrung in der adressat*innengerechten und niedrigschwelligen Kommunikation wissenschaftlicher Befunde im Spannungsfeld von Wissenschaft, Praxis und Öffentlichkeit
- Interesse an einer wissenschaftlichen Weiterqualifizierung im Themenfeld des Projekts oder angrenzender Forschungsbereiche
Interessiert?
Dann freuen wir uns über Ihre aussagekräftige Bewerbung. Bitte nutzen Sie hierzu vorzugsweise unser Online-Formular, welches Sie über den unten stehenden Button "JETZT BEWERBEN" erreichen.
Bewerbungsfrist: 30.07.2026
Kontakt
Heiko Mata
0521 106-67409
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Anschrift
Universität Bielefeld
IKG
Heiko Mata
Postfach 10 01 31
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