Dem Nordwesten Deutschlands wird von der Forschung große Bedeutung beigemessen, wenn es um die Rekonstruktion der römisch-germanischen Interaktionen geht. Das Gebiet zwischen Weser, Rhein und Nordsee bildet exemplarisch die soziale und wirtschaftliche Entwicklung „germanischer“ Gesellschaften ab, die in der ersten Hälfte des ersten Jahrtausends nach Christus in Wechselbeziehung mit dem Römischen Reich standen. In den vergangenen Jahrzehnten fanden in diesem Raum zahlreiche Großgrabungen statt, die umfangreiches neues Quellenmaterial hervorgebracht haben. Doch während die wenigen über das Untersuchungsgebiet vorhandenen historischen Quellen seit langem in der Forschung diskutiert werden, sind die aus dem Untersuchungsraum bekannten, archäologischen Objekte und Strukturen bislang kaum publiziert und analysiert worden. Deshalb soll nun im Rahmen des über eine Laufzeit von 18 Jahren angelegten Akademieprojektes „Westgermanien im Wandel - Edition und multidisziplinäre Erforschung der nordwestdeutschen Kulturlandschaft während der römischen Kaiserzeit (1.-4. Jahrhundert)“ eine Edition dieses bislang nahezu unbeachteten Kulturschatzes entstehen.
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