Mit Spitzenforschung in den Bereichen ENERGIE, GESUNDHEIT und MATERIE engagieren sich rund 1.500 Mitarbeitende aus mehr als 70 Nationen am Helmholtz-Zentrum Dresden-Rossendorf (HZDR), um die großen gesellschaftlichen Herausforderungen unserer Zeit zu meistern.
Das Institut für Ressourcenökologie (IRE) betreibt angewandte Grundlagenforschung zum Schutz von Mensch und Umwelt vor den Auswirkungen radioaktiver Strahlung.
Zur Verstärkung der Abteilung Konstruktionswerkstoffe suchen wir Sie als Postdoc (w/m/d) Mechanische Charakterisierung und Werkstoffbewertung für nukleare Anwendungen.
Kleinprobentechniken haben sich von einer pragmatischen Antwort auf begrenzte Materialverfügbarkeit zu einem eigenständigen methodischen Werkzeug entwickelt, das Prüfkonzepte mit höherer statistischer Aussagekraft, neue Probengeometrien und vor allem einen direkten Zugang zu Werkstoffen ermöglicht, die in konventionellen Mengen schlicht nicht existieren. Genau das macht sie für zwei zentrale Herausforderungen der nuklearen Werkstoffforschung relevant: die zuverlässige Bewertung bestrahlungsinduzierter Eigenschaftsänderungen in laufenden Anlagen und das systematische Screening neuer Legierungskonzepte, für die im frühen Entwicklungsstadium nur kleine Materialvolumina zur Verfügung stehen.
Die Abteilung Konstruktionswerkstoffe entwickelt und betreibt solche Verfahren seit mehreren Jahren im Rahmen nationaler und europäischer Forschungsprojekte, darunter bruchmechanische Charakterisierung mittels miniaturisierter Probengeometrien sowie Small-Punch-Tests. Die Abteilung ist in Euratom-geförderte Verbünde eingebunden, die sowohl Fragen der Langzeitintegrität von Reaktordruckbehälterstählen als auch die Qualifizierung von Kandidatenwerkstoffen für fortgeschrittene Reaktorkonzepte bearbeiten. Für die experimentellen Arbeiten stehen Heiße Zellen zur Verfügung, die den Umgang mit aktiviertem Material in einem Umfang ermöglichen, den nur wenige Forschungsgruppen weltweit vorhalten.
Die ausgeschriebene Stelle bündelt diese Aktivitäten und soll sie inhaltlich weiterentwickeln. Gesucht wird eine Person mit eigenem wissenschaftlichem Antrieb, die Verantwortung für Prüfprogramme übernimmt, Methoden kritisch weiterentwickelt und analytische Konzepte aufbaut, die Kleinprobenergebnisse mit etablierten bruchmechanischen Bewertungsansätzen belastbar verbinden. Ein konkreter inhaltlicher Anknüpfungspunkt sind Vorarbeiten der Abteilung zur systematischen Verknüpfung fraktografischer Befunde mit mikrostrukturellen Merkmalen, mit dem Ziel zu verstehen, wie Neutronenbestrahlung das Bruchinitiierungsverhalten auf mikrostruktureller Ebene verändert und was das für die Interpretation makromechanischer Prüfgrößen bedeutet. Numerische Methoden, insbesondere die FEM-gestützte Spannungsanalyse an Initiierungsstellen im Sinne lokaler Bruchansätze, bilden dabei eine natürliche Brücke zwischen Experiment und mechanistischem Verständnis. Datengetriebene Auswerteverfahren, etwa zur inversen Parameteridentifikation oder zur Unsicherheitsquantifizierung in bruchmechanischen Datensätzen, sind kein Selbstzweck, aber eine naheliegende Erweiterung dort, wo sie echten Erkenntnisgewinn verspricht.
Die Stelle bietet dafür den nötigen Gestaltungsspielraum sowie die Einbindung in ein aktives internationales Forschungsnetzwerk. Die Abteilung engagiert sich zunehmend in Forschungsprogrammen zu fortgeschrittenen Reaktorsystemen einschließlich Fusion — einem Feld, in dem der Bedarf an belastbaren Werkstoffbewertungsmethoden erkennbar wächst.
- Koordination und wissenschaftliche Betreuung der mechanischen Prüfung nuklearer Konstruktionswerkstoffe (bruchmechanische Charakterisierung, Kleinprobenverfahren, Zugversuche) im Rahmen laufender und zukünftiger Verbundprojekte
- Weiterentwicklung und kritische Bewertung von Kleinprobenmethoden im Hinblick auf ihre Aussagekraft und Übertragbarkeit auf bruchmechanische Kennwerte
- Systematische Verknüpfung fraktografischer Befunde mit mikrostrukturellen Merkmalen und makromechanischen Prüfergebnissen
- Numerische Simulation mechanischer Prüfversuche mittels FEM, insbesondere zur Spannungsanalyse an Bruchinitiierungsstellen
- Dokumentation, Analyse und wissenschaftliche Veröffentlichung der Ergebnisse in Fachzeitschriften und auf internationalen Konferenzen
- Abgeschlossenes Hochschulstudium (Promotion) in Materialwissenschaften, Physik, Werkstofftechnik, Nukleartechnik oder vergleichbarer Fachrichtung
- Fundierte Kenntnisse im Bereich mechanischer Eigenschaften und Bruchmechanik metallischer Werkstoffe
- Erfahrung mit Finite Elemente Modellierung (FEM) wünschenswert, insbesondere im Kontext mechanischer Werkstoffprüfung oder lokaler Bruchansätze
- Praktische Erfahrung in mechanischer Werkstoffprüfung von Vorteil, vorzugsweise bruchmechanische Prüfung und/oder Kleinprobentechniken
- Interesse an der methodischen Weiterentwicklung von Prüfverfahren
- Kenntnisse im Bereich nuklearer Konstruktionswerkstoffe von Vorteil
- Kenntnisse in fraktografischer oder mikrostruktureller Charakterisierung von Vorteil
- Erfahrung mit wissenschaftlichen Auswertungsumgebungen
- Solide Kenntnisse in wissenschaftlicher Datenanalyse und statistischer Auswertung
- Interesse an oder erste Erfahrung mit datengetriebenen Auswerteverfahren oder maschinellem Lernen von Vorteil
- Kommunikationsstärke und Kooperationsbereitschaft mit internen und externen Partnern
- Selbstständige, strukturierte und lösungsorientierte Arbeitsweise
- Eigeninitiative und Bereitschaft, wissenschaftliche Fragestellungen aktiv mitzugestalten
- Ausgeprägte Teamfähigkeit in internationalen Forschungsverbünden
- Programmierkenntnisse (Python, C/C++)
- Sehr gute Englischkenntnisse in Wort und Schrift, Deutsch von Vorteil
- Ein spannendes Arbeitsumfeld auf einem attraktiven Forschungscampus
- Eine hohe wissenschaftliche Vernetzung und wissenschaftliche Exzellenz
- Die Vergütung und Sozialleistungen nach dem Tarifvertrag des öffentlichen Dienstes (TVöD-Bund) - u. a. 30 Urlaubstage pro Jahr, Betriebliche Altersvorsorge (VBL)
- Bei Vorliegen der persönlichen Voraussetzungen ist eine Eingruppierung bis EG 13 TVöD-Bund möglich
- Die Vereinbarkeit von Privatleben und Beruf unterstützen wir mit der Möglichkeit zur Teilzeitbeschäftigung und zum mobilen Arbeiten sowie flexiblen Arbeitszeiten
- Eine Vielzahl von Angeboten des betrieblichen Gesundheitsmanagements
- Mitarbeiterrabatte bei namhaften Anbietern über die Plattform Corporate Benefits
- Einen Arbeitgeberzuschuss zum Deutschland-Ticket Jobticket
Wir freuen uns über Ihre Bewerbungsunterlagen (Anschreiben, Lebenslauf, Zeugnisse, etc.), die Sie bitte ausschließlich über unser Online-Bewerbungsportal einreichen.
Organisationseinheit:
Institut für Ressourcenökologie
Arbeitsort/ Arbeitszeit:
Dresden-Rossendorf
Vollzeit
Einstellung:
1. November 2026
Befristung:
31. August 2029
Fragen zur Stelle beantwortet Ihnen gern:
Frau Dr. Cornelia Kaden Tel.: +49 351 260 3431
Bewerbungsschluss:
16. August 2026
Job-Id: 2026/100 (2273)
Am HZDR fördern und schätzen wir die Diversität unserer Mitarbeitenden. Wir freuen uns über Bewerbungen von Menschen mit vielfältigen Hintergründen unabhängig von Geschlecht, ethnischer und sozialer Herkunft, Weltanschauung, Behinderung, Alter sowie sexueller Orientierung. Schwerbehinderte Menschen werden bei gleicher Eignung bevorzugt eingestellt.
Helmholtz-Zentrum
Dresden-Rossendorf
Bautzner Landstraße 400
01328 Dresden