Die ausgeschriebene Stelle ist eine Promotionsstelle im Rahmen eines von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) geförderten Projekts.
In diesem Zusammenhang untersuchen wir, wie sich die Verfügbarkeit von Nährstoffen auf die Entwicklung und Effektivität von Abwehrmechanismen bei Wasserflöhen auswirkt - ein zentraler Aspekt, um die komplexen Wechselwirkungen in dem Nahrungsnetz in Süßwasserökosystemen besser zu verstehen. Nährstoffe werden von Primärproduzenten auf höhere trophische Ebenen übertragen, während gleichzeitig die Prädation einer der Haupttreiber für die natürliche Selektion ist. Als Reaktion auf die Prädation haben viele Beutetiere Abwehrmechanismen entwickelt, die die Auswirkungen der Prädation verringern. Um ein umfassenderes Verständnis darüber zu erlangen, wie Beutetiere unter unzureichender Nährstoffversorgung leiden, werden wir den Einfluss der Nährstoffverfügbarkeit auf die Ausprägung von Abwehrmechanismen bei Cladoceren (Wasserflöhen) der Gattung Daphnia untersuchen. Daphnien spielen eine entscheidende Rolle beim Transfer von essentiellen Nährstoffen von Primärproduzenten zu höheren trophischen Ebenen in Süßwasserökosystemen und stellen ein gut etabliertes Modellsystem für die Erforschung von Raubtier-Beute-Interaktionen und der Ernährungsökologie dar.
In diesem Projekt untersuchen wir den Einfluss von Nahrungsmenge und -qualität auf die Expression induzierbarer Abwehrmechanismen anhand etablierter Räuber-Beute-Systeme. Das Projekt wird in Zusammenarbeit mit der Arbeitsgruppe von Christian Laforsch von der Universität Bayreuth und Dominik Martin-Creuzburg von der Forschungsstation für Gewässerökologie in Bad Saarow der Technischen Universität Cottbus-Senftenberg durchgeführt. Im Rahmen dieses Projekts ist an der Universität Bayreuth eine weitere Stelle zu besetzen. Die zweite Promotionsstelle wird eng mit der hier ausgeschriebenen Stelle zusammenarbeiten. Wir werden untersuchen, wie sich die Verfügbarkeit von Kohlenstoff und essenziellen Lipiden auf die Expression von Abwehrmechanismen und die Ressourcenverteilung bei Daphnien auswirkt. Durch die Untersuchung dieser Veränderungen und die Bewertung der Ernährungskosten für induzierbare Abwehrmechanismen werden wir ein besseres mechanistisches Verständnis dafür gewinnen, wie induzierbare Abwehrmechanismen bei Daphnien durch die Phytoplanktongemeinschaft beeinflusst werden, wie Nährstoffmangel die Ausprägung von Abwehrmechanismen einschränken kann und wie sich dies auf die Stabilität des Ökosystems auswirkt.
Die Stelle bietet die Möglichkeit zur Anbindung einer Promotion an den Arbeitsbereich unter Verwendung der im Projekt generierten Ergebnisse.
Besuchen Sie auch gern die Universität Greifswald.